Prüfungsfragen Sportbiologie Juni 2010

Fragenkatalog Sportbiologie

 

Aktiver Bewegungsapparat?

Besteht aus Muskeln, Bändern, Sehnen sowie Hilfseinrichtungen als auch Nerven.

Passiver Bewegungsapparat?

Besteht aus den Knochen und dessen Verbindungen den sogenannten Gelenken. Man spricht von einem Körperstamm (Korpus) und den oberen beziehungsweise unteren Gliedmaßen (Oberarm- Unterarm- Hand sowie Oberschenkel- Unterschenkel und Füsse)

Orientierung im Körper?

Man unterscheidet eine Längsachse, Querachse sowie eine Sagittalachse. Sagittal, Koronar und Transversal.

Welche Bewegungsmöglichkeiten gibt es?

FLEXION= Beugung, EXTENSION= Streckung, ABDUKTION= vom Körper weg, ADDUKTION= zum Körper hin, ROTATION= Drehung und die ZIRKUMDUKTION= Kreisen.

Wie ist die Zelle aufgebaut?

Die Zelle besteht aus einer Zellmembran, dem Zellkern, dem Zellleib und der Kernmembran sowie aus Zellorganellen wie Zentriolen, Mitochondrien und Golgi- Apparat. Sie ist die kleinste lebensfähige Einheit und besitzt eine Grösse zwischen 5 und 200 Mikrometer.

 

Zellkern?

Besitzt Kernkörperchen. Und beinhaltet die Erbinformation= DNA.

Gewebe?

Wird aus mehreren Zellen gebildet. Man unterscheidet Muskelgewebe, Bindegewebe, Epithelgewebe, Knorpelgewebe und Knochengewebe.

Der Knochenaufbau und die Arten von Knochen?

Die Knochen stellen den passiven Bewegungsapparat dar und bestehen aus Compacta, Spongiosa und dem Knochenmark. Man unterscheidet LANGE KNOCHEN wie den Oberschenkelknochen, KURZE KNOCHEN wie die Fußwurzelknochen, UNREGELMÄSSIGE KNOCHEN wie die Wirbel, LUFTHALTIGE KNOCHEN wie das Siebbein und die SESAMBEINE wie die Kniescheibe.

 

Gelenke?

Werden unterschieden in Bezug auf Achsen, Freiheitsgraden und der Zahl der Gelenkkörper. Prinzipiell unterscheidet man: SCHANIERGELENK (Finger), KUGELGELENK (Hüfte) sowie das SATTELGELENK (Daumengrundgelenk).

 

Muskeln und deren Arten?

Die Muskeln stellen den aktiven Bewegungsapparat dar. Man unterscheidet nach Funktion die GLATTE MUSKULATUR welche unwillkürlich arbeitet (Darm, Magen und die Gefäße), die QUERGESTREIFTE MUSKULATUR welche willkürlich funktioniert (Skelett) und die QUERGESTREIFTE HERZMUSKULATUR welche eine Sonderstellung einnimmt (HERZ) und nicht ermüdend arbeitet. Weiters gibt es gefiederte und einseitig gefiederte Muskeln.

Sehnen, Bänder und Hilfseinrichtungen?

Gehören wie die Muskeln zum aktiven Bewegungsapparat. Sie stabilisieren Gelenke und führen diese. Sie haben teilweise komplexe Funktionen, die Blutversorgung und Heilung ist sehr kompliziert. Beim Klettern wichtig sind die sogenannten Ringbänder A1 bis A5. Diese stabilisieren die Beugesehnen und führen oft zu chronischen Problemen. Dazu gehört auch der Faserknorpel (Meniskus) und der Hyaline Knorpel (Oberschenkel). Knorpel wächst nicht nach!

Weitere Hilfseinrichtungen sind Sehnenscheiden (gewährleisten komplikationsfreies Gleiten der Sehnen), Schleimbeutel, Sesamknochen und Fettansammlungen.

Nerven- Aufbau und deren Funktion?

Man unterscheidet prinzipiell zwei Systeme: Das ZNS (Zentrales Nervensystem) bestehend aus Gehirn und Rückenmark sowie dem Peripheren Nervensystem bestehend aus Nerven von Kopf, Rumpf und Extremitäten. Das Nervensystem kann nicht regenerieren= Nerven= Endzellen!

Das Nervensystem im Allgemeinen besteht aus Nervenzellen, Stütz- und Hüllzellen. Im Zentrum der Zelle befindet sich der Zellkern und die Kernkörperchen. Der Zellausläufer ist das Axon. Das sensible System entspricht dem Gefühl (kalt und heiß), das motorische System was den Muskel zum Zucken bringt und das autonome Nervensystem Bsp.: das Gefühlsleben. Je dicker ummantelt der Nerv ist desto besser ist die Reizweiterleitung.

 

Was ist die motorische Einheit?

Die motorische Einheit ME= Nerv und alle von ihm versorgten Muskelfasern. Die weißen Muskeln beinhalten schnellzuckende ME (Gehen und Laufen) während die roten Muskeln langsamzuckende ME (Stehen) beinhalten.

 

Nennen Sie die Energiequellen der Motorischen Einheiten?

Kreatinphosphat, anaerobe Glykolyse und die oxidative Phosphorilierung.

 

Sympathikus- Parasympathikus- Beispiele?

Der Sympathikus (Sympathicus) ist neben dem Parasympathikus und dem Enterischen Nervensystem (Darmnervensystem) ein Teil des vegetativen Nervensystems. Die meisten Organe werden von den ersten beiden Systemen gesteuert, die als Gegenspieler (antagonistisch) wirken und dadurch eine äußerst feine Regulation der Organtätigkeit ermöglichen. Der Sympathikus hat in diesem System eine ergotrope Wirkung, das heißt, er erhöht die nach außen gerichtete Handlungsbereitschaft.

Der Sympathikus bewirkt insgesamt eine Leistungssteigerung des Organismus (Ergotropie). Er versetzt den Körper in hohe Leistungsbereitschaft, bereitet ihn auf Angriff oder Flucht oder andere außergewöhnliche Anstrengungen vor (→ Stressreaktion).

Er steigert:

Er hemmt dafür andere, für die unmittelbare Aktivität nicht unbedingt erforderliche Vorgänge, wie z. B. die Darmtätigkeit.

Außerdem hat er Einfluss auf die:

Der Parasympathikus ist eine der drei Komponenten des vegetativen Nervensystems. Er wird auch als „Ruhenerv“ bezeichnet, da er dem Stoffwechsel, der Regeneration und dem Aufbau körpereigener Reserven dient (trophotrope Wirkung). Er sorgt für Ruhe, Erholung und Schonung. Das vegetative Nervensystem steuert unwillkürlich die meisten inneren Organe und den Kreislauf.

 

Der Herz- Aufbau?

Das Herz besteht aus dem rechten Vorhof und der rechten Kammer sowie dem linken Vorhof und der linken Kammer. Es hat eine Pumpfunktion während die Gefäße eine Transportfunktion haben. Getrennt sind die VH von den HK durch die Herzklappen, das linke Herz vom rechten Herz durch die Herzscheidewand.

Herz- Kreislauf- Drucksysteme?

Man spricht von einem Niederdrucksystem (= 80%): Venen, rechtes Herz, Gefäße des kleinen Kreislaufes und einem Hochdrucksystem (= 20%): Arterien, linkes Herz, Gefäße des großen Kreislaufes.

 

Das Herzzeitvolumen (HZV)?

Ist jenes Blutvolumen das pro Zeiteinheit vom Herzen ausgeworfen wird und entspricht der Herzfrequenz mal dem Schlagvolumen.

 

Blutdruck?

Ist der Druck des Blutes in einem Gefäß. Normalwert: 120 zu 70 Systole zur Diastole.

 

Der große Kreislauf?

Blut von der linken Kammer zum Rechten Vorhof. Es ist ein Hochdrucksystem zu den Organen hin und ein Niederdruck von den Organen weg (O2 arm).

 

Der kleine Kreislauf?

Blut gelangt von der rechten Kammer über die Lunge in den linken Vorhof.

Venen?

Sie führen zum Herzen hin. Sauerstoffreiches und sauerstoffarmes Blut wird transportiert. Sie haben eine dünne Wand und sogenannte Venenklappen die ein Zurückströmen verhindern sollen. Venenverletzungen bluten nicht pulsierend man spricht von einer sogenannten Sickerblutung.

 

Arterien?

Sie führen vom Herzen weg. Sauerstoffreiches sowie sauerstoffarmes Blut wird transportiert. Sie besitzen eine dicke muskuläre Wand und bluten pulsierend (Spritzblutung).

 

Schockarten und Zeichen?

Der Schock ist eine akute Minderdurchblutung lebenswichtiger Organe mit O2 Mangel (Hypoxie) und keinem O2 (Anoxie). Man unterscheidet Volumenmangelschock, Cardiogener Schock, Septischer Schock (Vergiftung) und Anaphylaktischen Schock.

 

Was ist ein Infarkt?

Unterversorgung des Herzmuskels mit Blut aufgrund verschiedener Ursachen. 80% der Verunglückten am Berg haben ein Herz- Kreislaufversagen.

 

Angina Pectoris?

Verengung der Herzkranzgefäße.

 

Blutstillung?

Mittels Kompressionsverband oder durch Abbinden, jedoch nur bei Abtrennung einer Extremität!

 

Atmung- Gasaustausch?

Der Mensch besitzt rechts drei Lungenflügel und links zwei Lungenflügel. Die Hauptaufgabe der Lunge ist die Atmung wobei man von „innerer“ Atmung spricht wenn es sich um den Gasaustausch zwischen Organismus und Umwelt handelt.

 

Aufgaben der Atmung?

Die Aufgaben sind der Gasaustausch von O2 und CO2, die Wärmeregulation sowie die Flüssigkeitsregulation.

 

Atemvolumina?

1. Atemzugvolumen (AZV) (auch:Tidalvolumen): beschreibt jenes Volumen, dass bei einer normalen Einatmung eingeatmet wird. (ca. 0,5l Luft)

2. inspiratorisches Reservevolumen (IRV): beschreibt jenes Volumen, das nach normaler Inspiration noch zusätzlich eingeatmet werden kann.

3. exspiratorisches Reservevolumen (ERV): beschreibt jenes Volumen, dass nach normaler Exspiration noch ausgeatmet werden kann.

4. Vitalkapazität (VC): setzt sich zusammen aus Atemzugsvolumen, inspiratorischem Reservevolumen plus exspiratorischem Reservevolumen.

5. Residualvolumen (RV): beschreibt jenes Volumen, das nach maximaler Exspiration noch in der Lunge verbleibt (nicht ausatembar). Spirometrisch nicht erfassbar. WICHTIG

6. Funktionelle Residualkapazität (FRC): setzt sich zusammen aus exspiratorischem Reservevolumen und Residualvolumen. Die Menge Luft, die nach einer normalen Ausatmung in der Lunge verbleibt. Im Gegensatz zum Inspiratorischen Residualvolumen beinhaltet die FRC keine Gasvolumina, die nicht in direktem Kontakt mit dem Tracheobronchialraum (zum Beispiel ein Pneumothorax) stehen. Darum sind FRC und IRV nur bedingt vergleichbar, in den meisten Fällen jedoch identisch. Die FRC wird aber nicht mittels Ganzköperplethysmograhie, sondern mit der „Gasauswaschmethode“ bestimmt.

7. Totale Lungenkapazität (TLC): beschreibt jenes Volumen, das sich nach maximaler Inspiration in der Lunge befindet. Setzt sich zusammen aus Vitalkapazität + Residualvolumen.

Atemmechanik?

Die Atmung ermöglichen das Zwerchfell, die Muskeln der Bauchdecke, die Zwischenrippenmuskeln, die Atemhilfsmuskeln und die Eigenelastizität der Lunge selbst.

 

Verdauungstrakt?

Mund, Zähne, Zunge weiter über den Rachen, die Speiseröhre in den Magen. Nach der Magenpassage gelangt die Nahrung in den Zwölffingerdarm, den Dünndarm, Dickdarm und Mastdarm. Weiters von Bedeutung ist die Leber, Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse.

 

Aufgaben einzelner Verdauungsorgane?

Zähne: Zerkleinern und Zerkauen der Nahrung beziehungsweise abbeißen.

Speicheldrüsen: Sonder Speichel ab, dieser beinhaltet Amylasen.

Speiseröhre: Speisebrei gelangt über diese in den Magen.

Dünndarm: Ein Teil davon ist der Zwölffingerdarm. Dr Speisebrei wir durch die Muskulatur des Magens weiter transportiert.

Leber und Bauchspeicheldrüse: Liefern Enzyme für die Verdauung im Dünndarm.

Dickdarm: Nimmt das restliche Wasser auf und dickt den Nahrungsbrei, sprich die unverdauliche Nahrung, ein.

Mastdarm: In ihm wird der restliche Nahrungsbrei einige Zeit behalten, bis er über den

After: ausgeschieden wird.

 

Ballaststoffe?

= nicht verdauliche chemische Verbindungen, Drucksenkung im Dünndarm, Verkürzung der Darmpassagezeit, Zunahme der Bakterienmasse im Stuhl, Senkung des Cholesterin- und Glucosespiegels sowie eine protektive Wirkung gegen Darmkrankheiten.

Lipide?

= Fette. Triglyceride, Cholesterin, gesättigte, einfach- und mehrfach gesättigte Fettsäuren.

 

Kohlenhydrate?

= Zucker. Monosaccharide, Di- und Oligosaccharide sowie Polysaccharide. Kohlenhydrate sind Energielieferanten.

 

Proteine?

Glycoproteine, Nukleoproteine, Phosphoproteine und Chromoproteine. Proteine sind Bausteine für die Zellfunktion.

 

Zusatzstoffe?

Elektrolyte, Wasser und Vitamine.

 

Energiebedarf?

  • Kohlenhydrate= 350g/d
  • Proteine= 56g/d
  • Fette= 70g/d
  • Ballaststoffe= 30g/d

 

Brennwerte?

  • KH= 4,1kcal
  • Protein= 4,1kcal
  • Fette= 9,3kcal
  • Alkohol= 7,0kcal

 

Verdauungsprobleme und Beschwerden?

Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Gallenkollik, Pankreatitis, Vergiftungen, Appendizitis, Hämorrieden und Sodbrennen.

 

Doping?

= jedes Medikament, ob wirksam oder nicht, mit der Absicht der Leistungssteigerung vor Wettkämpfen gegeben, ist als Doping zu betrachten. Doping ist somit eine Leistungssteigerung mittels unphysiologischer Substanzen.

Die Analyse erfolgt mittels Urinproben, eine Verweigerung ist gleich zu stellen mit einem positiven Ergebnis.

 

Hygiene?

Man unterscheidet die Eigene, im Ausland und eine Lebensmittelhygiene.

 

Vitalfunktionen?

Bewusstsein, Atmung und Kreislauf. Beispiele für gestörte Vitalfunktionen sind Herz- Kreislaufversagen und Lawinen.

 

Schock:

Schneller oberflächlicher Puls, Kaltschweiß, Schnelle Atmung, Zittrigkeit, verfärbte Lippen und Patient redet wirres Zeug.

 

Reanimation:

  1. Prüfung von Bewusstsein und Atmung: wenn keine Atmung sofort! Herzdruckmassage.
  2. 30 Herzdruckmassagen: zirka 2- 3 Querfinger vom Patienten oberhalb des des Xyphoides.
  3. 2 Mal Beatmen
  4. Abwechselnd 30 HD Massagen und 2x Beatmen
  5. Solange bis Bewusstsein und Atmung wieder vorhanden beziehungsweise bis Hilfe kommt oder es nicht mehr möglich ist.

 

Verletzungen?

Tierbisse: Schlangenbisse trocken verbinden, Extremität hochlagern um die Schwellung zu verhindern und ein passives Abtransportieren.

Wunden: Keimfrei verbinden und Arzt aufsuchen…Lokalistaion spielt große Rolle für das weitere Procedere.

Verstauchungen: Schwellung, Rötung oder Bluterguss. Bandagierung und Kühlung.

Luxationen: keineswegs selber einrenken!

Knochenbrüche: Keimfrei abbinden, Schiene anlegen (Gelenk darüber und Gelenk darunter als Fixationspunkt). Innere Blutungen- Schädelverletzungen, Nasenbluten und Augenverletzungen.

 

Rucksackapotheke?

Bestehend aus:

  • Pflaster
  • 2 Dreieckstücher
  • 2 Schnellverbände mit Wundauflage
  • 2- 3 Mullbinden
  • Blasenpflaster
  • Beatmungstuch
  • Leukotape
  • Gummihandschuhe
  • betaisodon, Schmerztabletten und Augentropfen (dürfen aber als Führer nicht weitergegeben werden)

 

Erfrierungen?

Werden in drei Kategorien eingeteilt:

  1. 1. Grad: Rötung, Schwellung, leichte Schmerzen.
  2. 2. Grad: Blasenbildung, starke Schmerzen, massive Schwellung, weißliche Verfärbung der Haut.
  3. 3. Grad: Nekrosen.

Maßnahmen vor Ort: von innen heraus wärmen mit zum Beispiel Tee, im Biwacksack aus den Schuhen raus und wärmen.

Maßnahmen in der Hütte: Ausziehen, Getränk mit Alkohol da dieser die Gefäße öffnet. Beine hoch, kalt anfangen mit Wasserbad und langsam die Temperatur steigern.

 

Probleme beim Klettern?

Ein Problem stellen die Ringbänder A1- A5 an der Hand dar. Da diese die Beugsehnen stabilisieren kann es bei einem Riss zur Verhinderung der Beugebewegung kommen. Im weiteren Verlauf kann es zu chronischen Problemen führen, Vorbeugung durch entsprechendes Aufwärmen möglich.

 

Höhenmedizin- verschiedene Höhen?

  • Mittlere Höhen von 1500- 2500 Meter: Sofortanpassung genügt.
  • Große Höhen von 2500- 5300 Meter: Sofortanpassung reicht nicht aus, Akklimatisation erforderlich.
  • Extreme Höhen von 5300- 8848 Meter: Vollständige Akklimatisation ist nicht mehr möglich, wohl aber Atemanpassung, daher nur Kurzaufenthalt möglich.

 

Akklimatisation?

Ist jeder physiologische Prozess, der bei Exposition an die Höhe stattfindet, um die Stoffwechselversorgung der Gewebe trotz vermindertem atmosphärischen Sauerstoffdruck aufrecht zu erhalten.

 

Adaptation?

Nennt man die Summe aller biologischer Veränderungen, die sich bei Höhenbewohnern im Laufe von vielen Generationen im Sinne eines evolutionären Selektionsprozesses entwickeln.

 

Akute Höhenkrankheit?

Leitsymptom ist Kopfschmerz und additiv

  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • verringerte Urinmenge
  • Schlaflosigkeit

 

Höhenhirnödem?

Dazu kann es kommen wenn man die akuten Symptome ignoriert. Leitsymptom ist Schwindel und additiv

  • Übelkeit, Erbrechen
  • schwere, medikamentresistente Kopfschmerzen
  • Halluzinationen, Lichtscheue, Sehstörungen
  • vernunftwidriges Verhalten

 

Höhenlungenödem?

Leitsymptom ist ein plötzlicher Leistungsabfall und additiv

  • Atemnot bei Anstrengung sowie in Ruhe
  • schneller Puls
  • sehr geringe Urinmenge
  • Blut spucken
  • brennender Druck hinter dem Brustbein
  • Rasseln (Geräusch)

 

Gehtaktik?

Maßgeblich für Tempo und Höhentaktik muss immer die Akklimatisationsfähigkeit und niemals die Leistungsfähigkeit sein. Empfehlung: 300 Meter unterhalb des Höchsten an diesem Tag erreichten Punktes zu schlafen. “ Wenn du schneller gehst als ein Ochse, dann bist du ein Ochse“.

 

HVR?

=Atemsteigerung. Ab 1500m durch Hypoxie hervorgerufen. Beginn erfolgt innerhalb von Sekunden, nach 2 Wochen „ventilatorische Akklimatisation“.

Erhöht durch: akute Höhenexposition, Stimulantien (Bsp.: Coffein) und Progesteron.

Vermindert durch: Sedativa, Hypnotika, Opioide, Codein, Antihistaminika und Alkohol.

Kein Einfluss auf HVR hat der Trainingszustand, das Geschlecht und das Lebensalter.

 

Lagerungsarten- wann/welche?

Stabile Seitenlagerung: Die stabile Seitenlage ist die Standardlagerung einer selbständig atmenden bewusstseinsgetrübten oder bewusstlosen Person im Rahmen der lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Während durch den lebensrettenden Handgriff zunächst die Atemwege frei gemacht werden, dient die stabile Seitenlage darüber hinaus dem Zweck, eine versehentliche Einatmung von Flüssigkeit und Feststoffen, wie Speichel, Blut und Erbrochenem, zu verhindern.

Schocklagerung (Volumenmangelschock-Lagerung, „Beine-Hoch-Lagerung“)

Indikation:

Durchführung:

  • Flachlagerung des Patienten auf dem Rücken
  • Beine erhöht lagern und u.U. geeignete Gegenstände unterlegen

Bemerkungen:

  • Winkel der Beinlagerung abhängig von Volumenmangel, Dyspnoe, Schweregrad des Schocks
  • Beine bei der Lagerung gut abpolstern
  • Bei Ausführung als „Kopf-Tief-Lagerung“ Kombination mit stabiler Seitenlage möglich

 

Hitzeschlag- Symptome und Behandlung:

Bei dem lebensgefährlichen Hitzschlag oder Hitzeschlag steigt zusätzlich die Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius an (Rektaltemperatur). Diese akute Überhitzung des Körpers führt zu einem Hirnödem. Symptome sind eine Körpertemperatur wie bei sehr hohem Fieber, Krämpfe, Ausbleiben der Schweißabsonderung durch akuten Wassermangel und Bewusstseinseintrübung, die wie Müdigkeit und Schlaf erscheinen kann. Es kann zur Hirnschädigung kommen. Ursachen sind häufig eine körperliche Überanstrengung bei feuchter Hitze oder der Aufenthalt in überhitzten, geschlossenen Räumen.

Als erstes beruhigen, Notarzt verständigen. Den Betroffenen möglichst an einen kühlen, schattigen Ort bringen. Dort flach lagern, aber mit erhöhtem Oberkörper. Der Betroffene sollte möglichst ruhen; Ebenfalls hilfreich ist es, seine Kleidung ein wenig zu öffnen. Anschließend sollte der gesamte Körper gekühlt werden: Der Person zufächeln, nachdem man den Körper zum Beispiel mit einem feuchten Tuch bedeckt oder mit Wasser beträufelt hat.

 

Impfungen aktiv/passiv- lebend/tot:

 

Aktive Impfung: Der Impfstoff wird in Form abgeschwächter, abgetöteter oder fragmentierter Krankheitserreger in den Körper eingebracht. Das körpereigene Immunsystem wird zur Bildung von entsprechenden spezifischen Antikörpern angeregt.

Passive Impfung: Es wird mit dem Impfserum geimpft, welches die spezifischen Antikörper gegen den betreffenden Krankheitserreger oder dessen Toxin bereits in hoher Konzentration enthält.

Totimpfung: Totimpfstoffe enthalten entweder ganze, abgetötete Erreger, Bruchstücke davon oder nur das Gift. So können sie sich weder vermehren noch die Krankheit auslösen.

Vorteil: In der Regel sind von Totimpfstoffen geringere Nebenwirkungen zu erwarten als von Lebendimpfstoffen. Deshalb gehören heute die meisten Impfstoffe zu dieser Kategorie.

Nachteil: Der Impfschutz lässt mit der Zeit nach und muss regelmäßig aufgefrischt werden, manchmal schon nach wenigen Jahren (FSME), manchmal erst nach vielen Jahren (Tetanus).

 

Lebendimpfung: Besteht aus einer geringen Menge an lebenden Keimen. Sie sind so abgeschwächt, dass sie sich zwar noch vermehren, aber die Krankheit nicht mehr auslösen können.

Vorteil: Bei manchen Lebendimpfungen hält der Schutz nach einer Grundimmunisierung lebenslang an.

Nachteil: Es ist zwar sehr selten, aber immerhin möglich, dass die Impfung ähnliche Beschwerden wie die Krankheit selbst hervor ruft. Sie fallen aber sehr schwach aus und dauern nur wenige Tage an.